PHP und Rotwein - passt.

Diese kleine, auf Anchor-CMS basierende Webseite ist gerade zwei Jahre alt geworden. Kein großer Grund zum Feiern, aber ich habe mich gestern dann tatsächlich mit einem Glas Rotwein an den Rechner gesetzt, um ein Problemchen, welches ich die ganzen zwei Jahre mitgezogen habe, nun doch mal einer Lösung zuzuführen.

Als ich mich damals für das schlichte Vapor Theme entschied, war die Eindeutschung kein großes Ding und auch entsprechend schnell gemacht. Bis auf die Entstehungsangaben in den Blogbeiträgen. Dort hätte PHP-Code angefasst werden müssen, da der fürs Englische implementierte universelle Plural-Algorithmus (1 day ago; 2 days ago) sich nicht einfach auf das Deutsche übertragen ließ. Schließlich endet's bei uns im Plural mal auf 'en' (vor 1 Tag; vor 2 Tagen) oder nur auf 'n' (vor 1 Woche; vor 2 Wochen). Daher blieb es bei diesem Detail bis gestern beim Englischen.

Auch wenn ich bislang noch nie mit PHP in näheren Kontakt kam - irgendwann musste es einfach mal sein. Mit einem Glas Rotwein zur Unterstützung glaubte ich nach einem halben Stündchen Code-Analyse ganz verwegen, einen Ansatzpunkt für die Lösung des Problems gefunden zu haben. War aber ein Denkfehler. Es bedurfte schlicht noch eines weiteren Glases Rotwein. :) Nach einer weiteren halben Stunde ward dann DIE Super-Lösung gefunden!

Nun, und die Moral von der Geschicht':

  • Mit Rotwein kann man sich auch echt gewöhnungsbedürftige Programmiersprachen überraschend schnell zugänglich machen.
  • Ich werde wohl besser doch bei BASIC und Cola bleiben. :P

Musste ich mal kurz loswerden. ;)

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Nachbarschaft VI.

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© Ulli Gabsch, "o. T.", 2017

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Ansichtssache.

Es gibt eine große Anzahl von Fotografen/Fotografinnen, deren Arbeit ich sehr wertschätze. Einer davon ist unbedingt auch Andreas Jorns. Ich mag die Reduziertheit und Ehrlichkeit in seinen Fotografien. Daraus entstehen in diesen Bildern Tiefe und Nähe gleichermaßen.

Aktuell hat Andreas Jorns in seinem Blog einen lesenswerten Artikel zum Thema Sexismus in der Fotografie veröffentlicht. Ein Thema in der Fotografie, welches man nicht übersehen kann ... und an welchem man sich auch reiben darf. Und ein Thema, wo man vielleicht auch sehr unterschiedliche Sichtweisen vorfinden wird.

Ich verstehe die Sichtweise von Andreas Jorns, stelle aber fest, dass ich manche Dinge zur aufgeworfenen Thematik hier und da etwas anders sehe. Wer meine Bilder kennt, der weiß, dass ich sexistische Zur-Schau-Stellungen meiner Modelle eher meide. Aber: Ist Sexismus wirklich ein Problem, welches man an den Pranger stellen muss? Ich zweifle. Wieviele Maler und Bildhauer haben sich in diesem Feld in den letzten Jahrhunderten ausgetobt ... und Großes dabei hervorgebracht?! Was wäre das Werk eines Charles Bukowski ohne Sexismus?! Was Rock'n'Roll und Rap??? Ich bin überzeugt, wir wären kulturell ärmer, würde es dieses Feld in der Kunst nicht geben. Auch das fotografische Schaffen eines Terry Richardson ist nicht wegen seiner vulgär-sexistischen Bildsprache zu verurteilen, sondern vielmehr wegen des ihm zur Last gelegten Machtmissbrauchs gegenüber seinen Modelle. Man sollte genauer differenzieren.

Apropos Modelle. Andreas Jorns schreibt, dass er oft beobachtet hat, wie Modelle durch allgegenwärtigen Sexismus in Depressionen stürzen. Wirklich??? Ich erlebe vielmehr, dass mehr als die Hälfte jener Frauen, die bei mir Modelle sind, bereits eine Depression in sich tragen, deren Entstehung weit vor dem Modeln zu suchen ist. Darüber lohnt es nachzudenken. Und hier zeigt sich auch, welcher großen Verantwortung man als Fotograf gegenübersteht!

Was bringt (Amateur-)Fotograf und (Amateur-)Modell eigentlich zum gemeinsamen Bildermachen? Es ist eine gänzlich freie Entscheidung beider Seiten. Recht häufig höre ich, dass es meine "etwas andere Art" von Bildern ist, welche Frauen motiviert, mit mir gemeinsam Bilder machen zu wollen. Das zeigt unmissverständlich, dass Frauen sehr wohl wissen, was sie wollen - und was sie nicht wollen. Es ist zudem eher selten, dass ich erlebe, dass Frauen unbedingt trivialen Klischees (Beispiel: Akt/Teilakt in Highheels vor schroffem Felsen) folgen möchten. Dann erzähle ich ihnen auch, warum ich für diese Bilder nicht der geeignete Fotograf bin. Was wiederum nicht bedeutet, dass ich nicht auch für gehaltvolle(!) sexistische Bilder zu überreden wäre. Die Qualität muss halt stimmen.

Womit wir wieder bei dem eigentlichen Kern des Themas wären. Es ist nicht der Sexismus das Problem, sondern die omnipräsente nicht vorhandene Qualität in diesem Zusammenhang. Das Web ist voll von trivialsten sexistisch eingefärbten Bildchen, die die Welt nicht braucht. Oder vielleicht doch??? Sollten wir in dem Zusammenhang vielleicht auch mal die Existenz von Millionen der von oben fotografierten Cappuccino-Tassen reflektieren? Oder die in ähnlicher Vielzahl vorhandenen HDR-Lost-Places-Bilder? Okay, ich scheine abzuschweifen. ;) Sicher kann man die vorhandene Masse dieser Bilder auch mit einer Sehnsucht nach Likes begründen, ich denke jedoch, dies wäre zu einseitig betrachtet. Dieses Thema ist es vielleicht wert, in einem gesonderten Blogbeitrag einmal genauer reflektiert zu werden.

Bislang wurde hier lediglich in Bezug auf weibliche Modelle über Sexismus philosophiert. Wie ist das eigentlich mit den Männern?! Nun, ich bin hierfür vielleicht nicht ausreichend qualifiziert, eine belastbare Aussage zu formulieren, denn ich fotografiere zu etwa 90% Frauen. Das liegt zu einem erheblichen Teil daran, weil ich das Gefühl habe, dass ich mit Frauen besser kommunizieren kann. Und da Fotografie für mich ein Freizeitvergnügen ist, werde ich es mir natürlich nicht unnötig schwer machen. :) Aber es liegt auch daran, weil Männer unsicherer oder klischeebehafteter sind, als man landläufig denkt. Wenn ich gelegentlich Anzeigen schalte, in denen ich ausdrücklich weibliche UND männliche Modelle suche, melden sich meist mehr als 80% Frauen. Von den wenigen Männern, die sich melden, höre ich nach dem Erstkontakt ganz oft nie wieder etwas. Warum eigentlich? Oder aber es sind Männer, die eitelkeitgesteuert schlimmste Klischees verwirklicht sehen wollen. Das will und brauche ich wiederum nicht ;) Soviel dazu. Halt, nicht ganz - denn mir fallen gerade noch die regelmäßig von der Weiblichkeit gefeierten Chippendales ein! Spätestens jetzt sollte man erkennen, dass Sexismus emanzipiert ist und sehr wohl geschlechterübergreifend gewünscht und akzeptiert zu sein scheint.

WICHTIG: Ein jeder darf und sollte für sich befinden, was er gut und was er schlecht findet. Das betrifft auch den Sexismus in der Kunst resp. Fotografie. Das ist Pluralismus, der uns wichtig sein sollte. Aber ganz egal, wie man persönlich dazu stehen mag, eines sollte Sexismus NIEMALS sein: würdelos! Und er sollte natürlich frei von Missbrauch sein. Das wäre ein erstrebenswerter Konsens, finde ich.

Ups, das ist jetzt doch mehr Text geworden, als geplant - ich hoffe, ich habe weder gelangweilt, noch zu sehr provoziert. ;)

Viel Spaß beim Nachdenken.

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Ausstellungen.

Keine Ahnung, ob das nur eine Beobachtung oder ein Gefühl ist, welches für Dresden zutrifft, aber seit etwa zwei Jahren habe ich zumindest hier in dieser Stadt den Eindruck, dass es kaum noch wirklich spannende Ausstellungen zu sehen gibt. Große Namen scheinen gänzlich in der Versenkung verschwunden, aber auch an Jungem und Unbekannten war fast nix vertreten, was einen Nachhall hinterlassen hätte. Hierbei beziehe ich mich nicht nur auf die Fotografie, sondern in gleicher Weise auch auf Malerei und Grafik.

Die Gründe dafür können gewiss vielfältig sein. Vielleicht liegt meinerseits nur eine falsche Wahrnehmung zugrunde. Vielleicht ist es das Resultat von zahlreichen verschwundenen kommerzielle Galerien und nonkommerziellen Offspaces im Stadtgebiet. Vielleicht ist es auch ein deutlich geschrumpftes Budget im Stadt-/Landeshaushalt, welches Museen und Kunsträumen spürbar Möglichkeiten entzieht. Sehr wahrscheinlich ist es von allem etwas. Egal - es ist frustrierend.

Paradox in diesem Kontext: ich selbst spüre momentan auch kein treibendes Gefühl in mir, mal wieder eine Ausstellung machen zu wollen. Das Bildermachen genügt mir im Moment völlig, die Interaktion mit der Öffentlichkeit brauche ich momentan irgendwie gar nicht. Ist dies meine ureigene Lethargie, oder spüre ich diese vielleicht sogar unbewusst in der gesamten Gesellschaft? Ich weiß es nicht.

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Nachbarschaft V.

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© Ulli Gabsch, "o. T.", 2017

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Yeah, BASIC.

Auch heute ein Beitrag, bei dem es mal nicht um Fotografie geht. Was wohl mutmaßlich daran liegt, weil ich darüber hinaus noch so manch andere Sachen richtig interessant finde. ;)

Retro. Retro ist scheinbar der Inbegriff für "gut" geworden. Sei es die auf analog getrimmte Digitalkamera, sei es die Renaissance der Langspielplatte, sei es die künstlich ramponierte Gitarre für fünfstellige Beträge. Bei aller Rationalität ertappe ich mich manchmal aber auch selbst dabei, dass ich diesem "früher-war-alles-besser" erliege.

Wer mich schon länger kennt, der weiß vielleicht, dass ich mich hin und wieder auch mal mit der Programmierung kleiner Tools und Helferlein beschäftige. Sporadisch und total laienhaft - aber das nun mittlerweile schon seit über 30 Jahren. Im Zeitalter von MS-DOS und QuickBasic damit in Verbindung gekommen, habe ich später in den Jahrzehnten von Windows immer mehr eine kleine und extrem handliche Programmiersprache vermisst, die so schlicht und schnörkellos ist, wie es jenes uralte QuickBasic einst war. So einiges habe ich in all den Jahren probiert (Perl, Java, C++, Python), aber irgendwas hatte mich an jenen Sprachen immer gestört. Meist war es die Komplexität, mitunter neue Paradigmen. Denn mal ehrlich: kein Mensch will freiwillig objektorientierte Programmierung lernen, wenn er eh maximal nur ein paar hundert Codezeilen schreiben will. Vor einigen Jahren fand ich daher auch Microsofts Small Basic, eine übersichtliche Lernsprache für Kinder, sehr charmant. Eine Sprache, die man durchaus auch produktiv für manch kleine Projekte nutzen kann - auch wenn man dabei schnell mal an Grenzen stößt.

Entdeckungen geschehen meist unerwartet - und so erging es mir vor einigen Tagen mit QB64. Einem in die Neuzeit geholten und behutsam weiterentwickelten QuickBasic-Derivat.

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Was - zugegeben - auf den ersten Blick unendlich anachronistisch wirkt, hat für mich dennoch einen Reiz, der über "retro" weit hinausgeht. Es sind vielmehr Vertrautheit und Effizienz, die mich triggern. Klar kann man damit nur Programme schreiben, die in einer Konsole laufen - aber drauf geschissen! Wer braucht für kleine Tools, die aus einigen Dutzend Codezeilen bestehen, eine grafische Oberfläche (die schnell das zehnfache an Codemenge erfordern würde)? Ich nicht. Und daher bin ich gerade irgendwie sehr glücklich. :D

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Über Videos und Podcasts.

Mit Recht wird, so wie hier, beklagt, dass das klassische Blog tot ist. Nichtkommerzielle Exemplare sterben aus, übrig bleibt ein austauschbarer Brei, der von geldgesteuerten Influencern erbrochen wird. Eine bedauerliche, aber auch absehbare Entwicklung. Jedoch: darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen. :)

Es soll vielmehr um die zur Schwemme werdenden Videos und Podcasts gehen, die schon seit einer ganzen Weile in das WWW hineinfluten. Beides gilt heute als das Nonplusultra, wenn man übers Web Geld verdienen will. So steigert man u. a. mit Videos seine Reichweite bei Facebook und dank Alexa & Co. lässt sich auch mit Podcasts immer mehr Geld verdienen.

Aber mal ganz ehrlich: wer schaut/hört das alles freiwillig??? Also ich wohl nicht. Egal wie gut diese Formate auch produziert sind, ich halte sie zur Informationsgewinnung einfach für zu ineffizient. Man MUSS sich in den allermeisten Fällen gefühlt unendlich viel Geschwafel antun, um im Gegenzug recht bescheidene Info-Häppchen abschöpfen zu können. Aus genau diesem Grund habe ich auch selbst eigene Ideen, die in ähnliche Richtungen gingen, immer wieder verworfen. Darum ein kleiner Tipp an alle Produzenten dieser Video- und Audiowerke: macht's so knapp und informativ wie möglich, falls ihr mich damit erreichen wollt. Denn wenn ich merke, dass ein Beitrag länger als 10-12 Minuten ist oder schon das Intro länger als 15 Sekunden dauert, dann habt ihr mich bereits mit 99%iger Sicherheit erfolgreich verloren! In diesem Sinne: bemüht euch! ;)

Insgeheim hoffe ich natürlich weiterhin auf Wunder. Vielleicht finden wir ja bald wieder zu deutlich archaischeren und effizienteren Kommunikations- und Informationswegen zurück. Zur Foren, beispielsweise. Oder zu nichtkommerziellen Blogs. ;)

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Alle Jahre wieder ...

... habe ich nicht nur latent ein schlechtes Gewissen. Denn wie in jedem Jahr erreichen mich in diesen Tagen wieder so einige Karten, Briefe und Päckchen mit lieben Grüßen und kleinen Überraschungen. Das freut und ehrt mich, aber es lässt mich auch innerlich seufzen, denn ich werde auf das meiste nicht adäquat antworten. Als Weihnachtsmuffel bin ich da einfach blockiert. :D Aber ich nutze natürlich jede sich bietende Möglichkeit, für all die lieben Zusendungen zu danken - so auch hier an dieser Stelle! DANKE!!!

Ihr Lieben, bringt die kommenden Tage hoffentlich schön entspannt um die Runden! ;)

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