Lebenszeichen.

Covid-19 prägt unseren Alltag mittlerweile schon ein halbes Jahr und mein letzter Blogpost ist auch schon wieder vier Monate her - eventuell ist es überfällig, mal ein kleines Lebenszeichen zu senden.

Wie in zahllosen anderen Bereichen hat das letzte halbe Jahr auch im Kulturbereich viele gravierende Veränderungen erzwungen. Da mein fotografisches Tun bekanntlich nicht meinen Lebensunterhalt erwirtschaften muss, könnte ich das recht locker sehen - kann aber ebendies leider trotzdem nicht. Denn ich bin neben meiner eher kleinen und bescheidenen Rolle als fotografischer Kunstproduzent eigentlich ein viel größerer Kultur- und KunstKONSUMENT. Folglich leide ich unter dem Ausfall von Ausstellungen, Konzerten, Festivals, ... noch viel mehr. Ich hoffe daher, dass das Pendel des Pandemieverlaufs im Herbst nicht wieder zurückschwingt und wir eine weitere langsame Normalisierung des Kulturbetriebs erleben können.

Ich selbst habe in dem vergangenen halben Jahr kein einziges Foto gemacht. Einerseits verspürte ich wenig Lust darauf, andererseits waren auch die meisten Menschen die letzten Monate in vielerlei Hinsicht zurückhaltend oder mit anderen Dingen belastet, was ich verstehen und akzeptieren kann. Langsam lösen sich jedoch diese mentalen Verspannungen in der Gesellschaft wieder, so ist zumindest mein Eindruck. Und in Folge dessen habe ich in diesem Monat auch endlich wieder einen Bildermach-Tag in meinem Studio geplant. Ich freu mich drauf! :)

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Portrait zum Abschied.

Aus bekannten Gründen steht momentan das gesellschaftliche Leben in zahlreichen Ländern nahezu still. Man kann über die Sinnhaftigkeit dieses Lockdown geteilter Meinung sein. Darum soll es aber hier und heute gar nicht gehen. Denn egal was Politik derzeit tut und ganz egal, welch Statistiken heute momentan zurate gezogen werden - es wird in den kommenden Tagen/Wochen/Monaten sehr real durch den aktuellen Corona-Virus das Thema Tod in manche Familien getragen werden. Und das sehr unbarmherzig, da unerwartet ... und fast immer auch ohne der Möglichkeit von Begleitung und Abschiednahme durch die unmittelbaren Angehörigen.

So schlimm das für Hinterbliebene sein mag, aber ein visuelles Abschiednehmen von einem Verstorbenen, dem eine Covid-19-Erkrankung attestiert wurde, wird aus guten Gründen nicht möglich sein. Weder im Pflegeheim/Krankenhaus, noch im Bestattungsinstitut oder vor der Beerdigung. Vor einigen Tagen hatte daher auf Twitter ein Bestatter die Pflegekräfte, Sozialdienste und Ärzte dazu motiviert, für unmittelbare Angehörige ein letztes Foto von dem Verstorbenen zu machen.

Ich finde dieses Ansinnen sehr gut, weiß aber auch um die rechtlichen Fallstricke eines solchen Vorgehens. Daher mein Rat: Redet ganz unbefangen und schnellstmöglich in Euren Familien darüber! Und wenn Du danach das Gefühl hast, dass Deine Lieben besser von Dir Abschied nehmen könnten, wenn sie ein letztes Foto von Dir hätten, dann schaffe für die, die dieses Foto machen werden, einen rechtlichen Rahmen! Schreibe formlos Deine Einverständniserklärung hierzu auf! Erwähne darin, wer dieses Foto erhalten soll - und vergiss Deinen Namen, Deine Unterschrift und das aktuelle Datum nicht!

Und ein Rat an jene, die gebeten werden, diese Bilder zu machen: Scheut Euch nicht!

Ja und nun hoffen wir mal alle ganz fest, dass so wenig wie möglich dieser Einverständniserklärungen überhaupt Verwendung finden müssen.

Bleibt gesund!

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Raumöffnung.

Meinen Atelierraum '401' habe ich nun bereits seit über sechs Jahren. Viele kreative Shoots haben in jener Zeit dort stattgefunden ... und auch zahllose gute und sehr persönliche Gespräche - zumeist unter vier Augen. Es ist daher eher ein sehr persönlicher und vertraulicher Ort.

Am kommenden Dienstagabend gibt es nun eine kleine Premiere. Da werden zwar vermutlich auch wieder sehr gute Gespräche an diesem Ort geführt werden, jedoch erstmalig mit um die 30 Augen! :-) An diesem Abend werden sich ein gutes Dutzend Analogfotografen in diesem Raum zusammenfinden, um sich auch mal in der Realworld ganz ungezwungen kennenzulernen und bei einem Bier über alles Mögliche zu plaudern.

Bin sehr gespannt!!!

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Nachbarschaft XIII.

Portrait_20200107.jpg © Ulli Gabsch, "o. T.", 2019

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Papierbilder.

Über eine Billion Bilder werden pro Jahr alleine mit Handys gemacht. Die meisten davon werden das jeweilige Telefon jedoch wohl nie verlassen, im Glücksfall landen manch Auserwählte vielleicht noch in der Cloud. Jemals ausgedruckt werden von all denen mutmaßlich fast keine werden. Das ist nicht nur schade, das ist auch bedenklich. Weil: wir werden auf diese Art eine bilderlose Generation werden. Oder glaubt wirklich noch jemand von euch daran, dass in 50 Jahren all diese Bilddateien noch irgendwo verfügbar sein werden? Und selbst wenn - es ist für mich schwer vorstellbar, dass sich unsere Nachfahren durch zehntausende unstrukturierte Bilddateien wühlen werden. Selbst, wenn KI dann sicher schon sehr hilfreich dabei wird unterstützen können.

Sichtet eure Bilderordner, mistet aus ... und macht was daraus! Macht Fotobücher oder Jahresmappen von euren fotografischen Highlights. Verschenkt sie - schick eingerahmt - an Freunde ... oder hängt sie euch selbst an die Wand. Das macht nicht nur Wände dekorativ, sondern wird über die Zeit garantiert auch immer wieder so manch reges Gespräch auslösen.

Wenn Du mir nun vielleicht gestehen willst, dass Du eigene Bilder an den eigenen Wänden irgendwie blöd findest - fühle Dich von mir schwer verstanden! :D Mir geht das nämlich nicht anders. Ich finde Bilder von anderen an meinen Wänden immer viel spannender. Daher sind an meinen Wänden auch nur Bilder zu finden, die ich mal irgendwann von Freunden geschenkt bekam, oder die ich mir irgendwann einmal selbst gekauft habe. Erst kürzlich habe ich bei einer Auktion ein Bild von Jürgen Matschie erworben - weil es seine wirkliche Wirkung überhaupt erst auf Papier entwickeln kann.

Bild im Auktionskatalog

Jürgen Matschie -- Im Tagebau Spreetal, 11.01.1997 -- analoge Fotografie, Pigmentdruck, 37 x 29 cm

Leider kann ich das hier nicht ansatzweise nachvollziehbar veranschaulichen. Aber wer mit dem Begriff Zonensystem etwas anfangen kann, wird ahnen, was ich meine ...

Nutzt die freien Tage zum Jahresende und macht mal einige Bilder, die man auch ohne Bildschirm anschauen kann! ;)

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Micro FourThirds.

Der Kamerabranche geht es im Moment nicht gut. Die Ursachen dafür sind hinlänglich bekannt. Wie die jeweiligen Kamerahersteller aus dieser Krise herauskommen werden, ist ungewiss. In dem Zusammenhang gab es die letzten Wochen auch reichlich Gerüchte (und Dementis), dass Olympus im kommenden Jahr die Fotosparte aufgeben will. Egal was man hiervon glaubt - rational betrachtet gibt es sehr gute Gründe, die gegen all diese Gerüchte sprechen. Aber darum soll es hier und heute gar nicht gehen.

Vielmehr soll es um Micro FourThirds (mFT) gehen, dem Haus-und-Hof-Sensorformat von Olympus. Seit je her von unzähligen Pseudo-Experten gebasht - und von unzähligen Fotografen hoch geschätzt. Letzteres auch durch mich. Seit Anbeginn nutze ich FT/mFT und war/bin der Überzeugung, dass dies genau das richtige System für mich ist. Das bedeutet nicht, dass dieses System perfekt ist - für mich passen einfach die Vor- und Nachteile gut zusammen. Auch wenn mancherorts etwas anderes behauptet wird, aber das perfekte System FÜR ALLE gibt es nicht. Daher gibt es hierbei folglich auch kein grundsätzlich besseres oder schlechteres System. Aber es gibt wie immer und überall reichlich Meinungen, Vorurteile, Irrtümer, ...

Markus Wäger, seines Zeichens Fotograf und Buchautor, hat dieser Tage hierüber mal einiges Lesenswertes in seinem Blog geschrieben. Da mir das aus der Seele spricht, möchte ich die beiden Posts hier einfach mal teilen: 'Die Wahrheit darüber, was in der Fotografie wichtig ist' und 'Ich bin der Leierkastenmann'.

In diesem Sinn, ... ;)

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Nachbarschaft XII.

Portrait_20190824.jpg © Ulli Gabsch, "o. T.", 2019

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Nachbarschaft XI.

Nude_20190818.jpg © Ulli Gabsch, "o. T.", 2019

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