Portrait zum Abschied.

Aus bekannten Gründen steht momentan das gesellschaftliche Leben in zahlreichen Ländern nahezu still. Man kann über die Sinnhaftigkeit dieses Lockdown geteilter Meinung sein. Darum soll es aber hier und heute gar nicht gehen. Denn egal was Politik derzeit tut und ganz egal, welch Statistiken heute momentan zurate gezogen werden - es wird in den kommenden Tagen/Wochen/Monaten sehr real durch den aktuellen Corona-Virus das Thema Tod in manche Familien getragen werden. Und das sehr unbarmherzig, da unerwartet ... und fast immer auch ohne der Möglichkeit von Begleitung und Abschiednahme durch die unmittelbaren Angehörigen.

So schlimm das für Hinterbliebene sein mag, aber ein visuelles Abschiednehmen von einem Verstorbenen, dem eine Covid-19-Erkrankung attestiert wurde, wird aus guten Gründen nicht möglich sein. Weder im Pflegeheim/Krankenhaus, noch im Bestattungsinstitut oder vor der Beerdigung. Vor einigen Tagen hatte daher auf Twitter ein Bestatter die Pflegekräfte, Sozialdienste und Ärzte dazu motiviert, für unmittelbare Angehörige ein letztes Foto von dem Verstorbenen zu machen.

Ich finde dieses Ansinnen sehr gut, weiß aber auch um die rechtlichen Fallstricke eines solchen Vorgehens. Daher mein Rat: Redet ganz unbefangen und schnellstmöglich in Euren Familien darüber! Und wenn Du danach das Gefühl hast, dass Deine Lieben besser von Dir Abschied nehmen könnten, wenn sie ein letztes Foto von Dir hätten, dann schaffe für die, die dieses Foto machen werden, einen rechtlichen Rahmen! Schreibe formlos Deine Einverständniserklärung hierzu auf! Erwähne darin, wer dieses Foto erhalten soll - und vergiss Deinen Namen, Deine Unterschrift und das aktuelle Datum nicht!

Und ein Rat an jene, die gebeten werden, diese Bilder zu machen: Scheut Euch nicht!

Ja und nun hoffen wir mal alle ganz fest, dass so wenig wie möglich dieser Einverständniserklärungen überhaupt Verwendung finden müssen.

Bleibt gesund!